Newsletter - Weihnachtsgrüße

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber normalerweise blicke ich in diesen Wochen zurück und denke an viele wundervolle Begebenheiten, die sich beruflich wie auch privat ereignet haben. Aber in diesem Jahr? In diesem Jahr war vieles anders, und sicher nicht besser.

Beruflich haben wir erlebt, wie Entscheidungsträger in einer Ausnahmesituation funktionieren, sich Vorgesetze und Mitarbeiter einsetzten, um die Arbeit am Laufen zu halten. Applaus für sog. systemrelevante Berufe, Kontaktverbote, Feierverbote und vieles mehr. Es war für einige ein verlorenes Jahr, besonders für diejenigen Kolleginnen und Kollegen, die den Verlust von Angehörigen beklagen mussten. Angst um die nahen Angehörigen, Freunde sowie Kolleginnen und Kollegen zu haben gehörte leider für viele zum Alltag.

Wenn ich auf meine eigene Kindheit zurückblicke bedaure ich, dass auch meinen Kindern ein Jahr verloren gegangen ist. Ein Jahr, in dem sie frei Kind sein konnten, Fußball spielen, singen, eng zusammen sein, toben, raufen, selbst entscheiden, wo man auf dem Schulhof spielt, Oma und Opa besuchen, sich umarmen, einfach Spaß haben. Dafür mussten sie sich ständig die Hände waschen, „vernünftig“ sein, Abstand halten, Maske tragen, allein lernen, sich zusammenreißen. Kindheit bedeutet meiner Ansicht nach etwas anderes.

Die Politik macht die Vorgaben, in der Regel nach bestem Wissen und Gewissen, und muss auf viele Dinge Rücksicht nehmen. Als aktuelles Beispiel seien die Schulschließungen bzw. die Aufhebung des Präsenzunterrichts genannt. Die Politik macht die Vorgaben, die Arbeitgeber und Dienstherrn setzen dies um. Zu aller Zufriedenheit? Sicher nicht.

Das Personalamt teilte mit, dass es keine Notwendigkeit für extra Urlaub zur Betreuung von Kindern sehe, da die Betreuungsmöglichkeiten vorhanden und daher eine zwingende Betreuung zu Hause nicht notwendig seien. Nein, so einfach kann man es sich nicht machen, denn Betreuungsmöglichkeiten sind zwar weiterhin da, aber Kontaktvermeidung sieht anders aus. Auch wenn ich persönlich die Gründe verstehen kann, warum Hamburg nur die Präsenzpflicht aufgehoben hat, (offenbar hat man ausnahmsweise aus dem Frühjahr etwas gelernt) so bedeutet dies nicht, dass man als Arbeitgeber nun die MitarbeiterInnen vor den Kopf stoßen kann.

Von der Politik heißt es, die Bewältigung der Krise sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, an der sich alle beteiligen müssen. So sehe ich das auch. Das bedeutet aber auch, dass die Arbeitgeber sich nicht aus der Verantwortung stehlen dürfen, auch wenn sie rechtlich alles korrekt abgearbeitet haben. Gemeinsam die Krise zu bewältigen bedeutet auch, Unterstützung und Möglichkeiten zu schaffen, damit anderen der Rücken freigehalten werden kann. Dies beinhaltet auch den Mut, über die bestehenden Sonderurlaubsregelungen hinauszugehen, auch wenn es ggf. nur ein paar Tage sind. Denn niemand kann aktuell vorhersagen, wie lange der Lockdown dauert.

Nicht nur angesichts dieser Situation halte ich es für völlig verfehlt, dass den Kolleginnen und Kollegen ein vergiftetes „Geschenk“, und dann noch im Rahmen einer Besoldungsmitteilung, unter den Weihnachtsbaum gelegt wurde. Hier ist das letzte Wort, im Gegensatz zur Ansicht des Personalamtes, noch nicht gesprochen. Das Verwaltungsgericht zumindest ist der Ansicht, alle Besoldungsanpassungsgesetze seit 2011 auf den Prüfstand zu stellen.

Trotz all dieser Umstände und des bisherigen Jahresverlaufs bin ich zuversichtlich, dass das kommende Jahr 2021 anders und hoffentlich besser verlaufen wird. Nicht nur wegen vorhandener Impfstoffe, deren Langzeitwirkung allerdings noch keiner absehen kann, sondern einfach, weil es ein neues Jahr ist. Es wird uns vor neue Herausforderungen stellen, die wir nur mit unserer bislang gezeigten Solidarität meistern können. Ich persönlich hoffe, dass sich gerade für unsere Kinder die Kindheit, wieder wie Kindheit anfühlt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie alles Gute für das bevorstehende Weihnachtsfest und einen, wenn auch ruhigen, schönen Jahreswechsel.

Und selbstverständlich: Bleiben Sie gesund!

Thomas Kuffer
Landesvorsitzender

 

Der DSTG-Newsletter (Weihnachtsgrüße) vom 20.12.2020 steht Ihnen auch im PDF-Format zum Download zur Verfügung.

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