Nachruf

Zum Tode unserer Ehrenvorsitzenden Helga Schulz

Mit Bestürzung und Trauer haben wir vom Tode unserer Ehrenvorsitzenden, Frau Helga Schulz, erfahren. Helga Schulz verstarb am 07. Januar 2021 im 82. Lebensjahr.

Helga Schulz begann ihre Ausbildung als Finanzanwärterin am 15.05.1959 beim Finanzamt Hamburg-Hansa. Bereits fünf Tage später, am 20.05.1959, erklärte sie ihren Beitritt zur DSTG (damals noch Bund Deutscher Steuerbeamten - BdSt). Helga Schulz hatte von Anfang ihrer Laufbahn an ein besonderes Verhältnis zur Steuerverwaltung, der Arbeit und den Menschen, die die Arbeit erledigen. Da sie nach der Laufbahnprüfung immer Probleme in Arbeitsabläufen und den Arbeitsbelastungen aufzeigte und ansprach, wurde man sowohl in der Oberfinanzdirektion als auch in der Gewerkschaft auf sie aufmerksam. Sie nutzte jede Gelegenheit, um dabei um Verständnis für das Personal zu werben.

Auch um die besonderen Belange der weiblichen Beschäftigten hat sie sich stets Gedanken gemacht. So gründete sie bereits Mitte der 60er-Jahre in Hamburg die DSTG-Frauenvertretung und wurde im Folgejahr Vorsitzende der DSTG-Bundesfrauenvertretung. Später wurde sie auch zur Vorsitzenden der Bundesfrauenvertretung des dbb gewählt.

Bereits 1971 ist sie in den Vorstand der DSTG Hamburg gewählt worden und war seitdem neben der Vertretung der weiblichen Beschäftigten in verschiedenen Gremien auch aktiv in der übrigen Gewerkschaftsarbeit des Landesverbandes tätig. Dabei hat sie sich in ihrer typischen Art in alles eingemischt und das meistens erfolgreich! Auf jeden Fall hat sie bei ihrer Arbeit nie den Menschen vergessen. 1985 wurde sie dann zur stellvertretenden Vorsitzenden im Landesverband Hamburg gewählt und schließlich 1988 zur Vorsitzenden. Helga Schulz hatte sich dabei entschieden, nicht wie sonst häufig, in die Freistellung in den Personalrat zu wechseln, sondern weiter im Steuerrecht tätig zu bleiben. Beim dbb hamburg war sie außerdem noch von Mai 1989 bis Mai 2001 als Beisitzerin im Landesvorstand vertreten und hat dort auch die Interessen der DSTG und ihrer Mitglieder eingebracht.

Als langjähriges Parteimitglied konnte sie bei ihrer Arbeit für die Kollegenschaft auch diese Kontakte nutzen. Trotz mancher heftigen Auseinandersetzungen haben ihr die verschiedenen Senatorinnen und Senatoren, die für die Steuerverwaltung zuständig waren, immer Anerkennung gezollt.

Nach 15 Jahren Vorsitz der DSTG Hamburg hat sie dann im Jahr 2003 den Weg für Jüngere freigemacht. Auf dem Gewerkschaftstag im Februar 2003 wurde sie zur Ehrenvorsitzenden gewählt. Der langjährige Kassenführer der DSTG, Bernd Dreyer, führte damals in seiner Laudatio u. a. aus: „…Dann kam immer ein feuriger Wortbeitrag, mit Herzblut vorgetragen, aber niemals unsachlich oder gar verletzend. Du hast die Dinge volksnah beim Namen genannt, hast dabei immer den besseren Lösungsweg aufgezeigt und Deine Mitarbeit angeboten. Du hast Dich in Deinem Engagement niemals geschont, wenn es darum ging, sich für die Kolleginnen und Kollegen einzusetzen. Mutterwitz, Schlagfertigkeit und ein feines Gespür für den Menschen haben Dein Handeln geprägt. …."

Sowohl nach dem Gewerkschaftstag als auch nach ihrer Pensionierung im November 2004 stand sie der DSTG Hamburg mit Rat und Tat zur Verfügung. Die letzten Jahre verlebte sie bei ihrem Sohn in der Nähe von Passau.

Die DSTG Hamburg ist der Verstorbenen zu großem Dank verpflichtet und wird das Andenken an sie in hohen Ehren halten. Unser tiefes Mitgefühl gilt insbesondere ihren Angehörigen.

Der Landesvorstand

 

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